COVID
March 8, 2021

Informationen zur COVID-19-Impfung

Informationen zur COVID-19-Impfung

Liebe Patientinnen, liebe Patienten,

Im Folgendem möchte wir für Sie Informationen zur COVID-19-Impfung zusammentragen, nachdem uns in letzter Zeit viele Fragen Ihrerseits dazu erreicht haben.

1.     Sollen Sie sich oder einer von Ihnen betreuten Angehörigen impfen lassen?

Ja, wir empfehlen die COVID-Impfung entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO). Insbesondere und prioritär sollen Menschen geimpft werden, die das höchste Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf haben oder ein hohes berufliches Risiko haben daran zu erkranken bzw. das Virus weiter zu verbreiten. Das bedeutet, dass zunächst ältere Menschen in Gemeinschaftseinrichtungen und pflegerisches bzw. medizinisches Personal die Impfung erhalten werden. Das langfristige Ziel wird jedoch sein, dass all diejenigen, die eine COVID-Impfung wünschen, diese auch sobald es logistisch möglich sein wird, auch erhalten können. Aktuell ist der Impfstoff für Menschen ab 16 Jahren zugelassen. Kindern, Jugendlichen, Schwangeren und Stillenden wird die Impfung bisher nicht empfohlen, da es diesbezüglich noch keine Forschungsergebnisse gibt.

2.     Warum ist die Impfung sinnvoll?

Die Impfung schützt Sie in erster Linie davor an COVID-19 zu erkranken. Durch Ihre Impfung schützen Sie auch Menschen in Ihrer Umgebung, die aktuell nicht geimpft werden können (Kinder, Schwangere). Dadurch wird eine sogenannte Herdenimmunitätaufgebaut. Diese wird eine wichtiger Faktor sein, um die Pandemie endlich zu durchbrechen und in Zukunft wieder ein normales Leben führen zu können. Dafür müssen schätzungsweise 70% der Bevölkerung immun sein (entweder durch eine Impfung oder durch eine durchgemachte COVID-19-Erkrankung). Um dieses Ziel zu erreichen, wird die Impfung der Bevölkerung kostenlos bereitgestellt. Eine Impfpflicht besteht nicht.

3.     Welcher Impfstoff wird empfohlen und wie sicher ist dieser?

Aktuell ist in der EU und damit auch in Deutschland nur der mRNA-basierte Impfstoff ‚Comirnaty‘ von BioNTech/Pfizer zugelassen. Dieser schützt zu 95% vor einem schweren bzw. tödlichen Verlauf der COVID-19-Erkrankung. Hierfür sind 2 Impfdosen nötig, die aktuell im Abstand von 3-4 Wochen verabreicht werden. Dieser Impfstoff hat sich in der Phase 3 der Zulassungsstudie an über 40.000 Teilnehmern als sicher erwiesen. In den nun folgenden Nachbeobachtungen sind bisher nur vereinzelt Fälle an schwerwiegenden Komplikationen (allergischer Schock) aufgetreten, die alle behandelbar waren. Dabei ist zu beachten, dass der Impfstoff weltweit bereits millionenfach verabreicht worden ist, das Auftreten von schwerwiegenden Komplikationen also extrem selten ist. Häufige, kurzzeitige Reaktionen nach der Impfung sind - ähnlich wie bei der Grippeschutzimpfung - z.B. Muskelschmerz und Müdigkeit. Diese sprechen aber wiederum für ein Ansprechen des Immunsystems auf die Impfung. Nebenwirkungen und Komplikationen werden in Deutschland vom Paul-Ehrlich-Institut (PEI) erfasst und publiziert. Über langfristige Effekte der Impfung kann sinnvollerweise noch keine Aussage getroffen werden. Jedoch ist davon auszugehen, dass auch im Langzeitverlauf die Vorteile der Impfung gegenüber den Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung überwiegen sollten. Vor der Impfung werden Sie noch ausführlich durch einen Impfarzt /eine Impfärztin zu Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt.

4.     Wie funktioniert ein mRNA-basierter Impfstoff?

mRNA steht für Boten-Ribonukleinsäure und darf auf keinen Fall mit DNA, also der Erbgutinformation in unseren Zellen, verwechselt werden. Es wird keine mRNA in die DNA eingebaut, unser Erbgut verändert sich nicht. Wenn wir uns z.B. mit ‚klassischen‘ Erkältungsviren anstecken, wird auch mRNA in die Zellen unseres Organismus eingebracht. mRNA dient als Bauanleitung für die Proteine (Eiweiße) in unseren Zellen. Anstatt mit inaktivierten Viren oder Virenbestandteilen wie bei anderen Impfstoffen, wird beim mRNA-basierten Impfstoff mit der mRNA-Bauanleitung für ein Hauptbestandteil der Coronavirus-Hülle geimpft. Damit lernt das menschliche Immunsystem das Coronavirus zu erkennen und es frühzeitig mit Antikörpern zu eliminieren.

5.     Warum konnte ein Impfstoff so schnell erforscht und auf den Markt gebracht werden?

Dies hat mehrere Gründe: Virologen konnten ihre aktuelle Forschung zum Sars-CoV-2 auf die breite Erforschung sehr ähnlicher Viren in den letzten Jahren basieren. Dabei wurden auf eine noch nie dagewesene Weise die Forschungsergebnisse rasch global publik gemacht. Der rege Austausch in der Wissenschaft konnte die weitere Forschung beschleunigen. Um eine zeitnahe Impfung zu ermöglichen, wurden bürokratische Hürden abgebaut, große Summen Fördermittel bereitgestellt und das sogenannte Rolling-Review-Verfahren in der Impfstoffentwicklung und -zulassung angewandt. Das bedeutet das aufeinanderfolgende Phasen in der Entwicklung teilweise überlappend durchgeführt wurden. Wichtig: es wurden dabei keine Sicherheitsstufen übersprungen! Die Sicherheit eines Impfstoffes hat im Zulassungsverfahren immer oberste Priorität. Sämtliche große Studien zum Virus sowie zu den Impfstoffen sind im Übrigen der allgemeinen Bevölkerung zugänglich.

6.     Kann man nach der Impfung auf alle anderen Schutzmaßnahmen verzichten? Kann man nach der Impfung das Virus weiterhin übertragen?

Vorerst gilt für alle weiterhin die bekannten Regeln: Abstand – Hygiene – Alltagsmasken. Erst wenn ausreichend Menschen gegen COVID-19 geimpft sind und das Infektionsgeschehen in der Bevölkerung deutlich rückläufig ist, wird man die Regeln anpassen können. Aktuell kann man nicht ausschließen, dass man nach der Impfung das Virus dennoch auf andere Menschen übertragen kann, auch wenn man selber nicht erkrankt. Es ist damit zu rechnen, dass im Laufe des Jahres 2021 viele Forschungserkenntnisse diesbezüglich aufkommen werden.

Weitere, vertrauenswürdige Informationen und Antworten auf häufig gestellte Fragen (FAQs) zur COVID-19-Impfung finden Sie im Internet unter:

Bitte beachten Sie, dass sich aufgrund des neuartigen Geschehens die Empfehlungen in den laufenden Wochen verändern könnten (z.B. bei der Priorisierung mancher Bevölkerungsgruppen oder bei den zeitlichen Abständen zwischen den Impfdosen). Das liegt daran, dass sich das öffentliche Gesundheitswesen laufend an die sich ändernden Umstände in der Pandemie anpassen muss.

Für weitere Fragen stehen wir Ihnen gerne im persönlichen Gespräch zur Verfügung!

Ihre Ärztinnen am Schliersee

Dr. med. Fiona Pohlmann

Sophia Brouckaert MBChB (Univ. Johannesburg)

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